A year in books – Januar

Hallo meine Lieben,

wer mich etwas kennt, der weiß, dass ich ein absoluter Bücherfan bin. Schon im Kindergarten hab ich mir das Lesen beigebracht, weil ich unbedingt selber all die tollen Bücher im Regal erkunden wollte. Mein ganzes Leben lang begleitet mich meine Liebe zu Büchern jetzt schon und ich hab mein Hobby auch zum Beruf gemacht und arbeite jetzt in der Buchbranche.

Da ich jeden Tag insgesamt 1,5 Stunden im Zug verbringe, weil ich zu meiner Arbeit pendeln muss, habe ich jeden Tag genug Zeit zu lesen und einen dementsprechend hohen Buchverbrauch. Zum Glück habe ich kein Problem damit, ein Buch auch zwei- oder dreimal zu lesen, sonst hätte ich echt ein Problem. Ich neige dazu, relativ schnell zu lesen, was manchmal auch dazu führt, dass ich Sachen überlese. Ich merk mir das Gelesene dann auch nicht unbedingt lange. Einen Krimi muss ich mindestens dreimal gelesen haben, um mir wirklich zu merken, wer der Mörder war. Zwei Wochen nachdem ich ein Buch gelesen habe, kann ich vermutlich nicht mal mehr die Namen der Protagonisten sagen oder Details erklären. Macht mich natürlich zu einem dankbaren Leser – ein Buch zu kaufen zahlt sich bei mir wegen mehrmaliger Lektüre also wirklich aus. Bei Filmen geht’s mir übrigens ähnlich, was meinen Mann gerne die Nerven raubt, weil ich Anspielungen auf Filme, die wir erst Tage zu vor gemeinsam gesehen haben, nicht verstehe.

 

Um mich also auch nach mehreren Tagen, Wochen oder Monaten an gelesen Bücher erinnern zu können, werd ich also meinen Blog dazu nutzen, um das Gelesen nochmal kurz Revue passieren zu lassen. Vielleicht bleiben ja so ein paar Infos mehr haften – einen Versuch ist es wert. Und wer weiß  – der ein oder andere von euch findet so vielleicht ein paar Lektüreempfehlungen. Für Tips und „muss man unbedingt gelesen haben“ Vorschläge bin ich übrigens immer sehr dankbar.

Nun geht’s also los (nach einer Idee von „Circle of Pine TreesThe Year in Books„), hier meinen gelesenen Bücher im vergangenen Monat:

T.C. Boyle – The Terranauts

Ich liebe ja T.C.Boyle. Wann immer er ein neues Buch herausbringt kaufe ich es ungesehen und kann’s dann kaum erwarten, mich in seinen Geschichten zu verlieren. Auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Da ich lange Inhaltsangaben nicht mag, versuch ich mich mal wirklich kurz zu halten:

In den 90er Jahren wird in der Wüste von Arizona ein geschlossenes, künstliches Ökosystem geschaffen. 8 Terranauten sollen dort für jeweils zwei Jahre leben um zu sehen, ob Leben auf anderen Planeten in Zukunft möglich wäre. Das ganze läuft unter dem Motto „nothing in, nothing out“. Unter keinen Umständen wird also der Zugang der Glaskuppel geöffnet.

Aus wechselnden Perspektiven wird nun also die Geschichte der 8 Terranauten erzählt. Auf engstem Raum eingesperrt und sich selbst und der neuen Ökosphäre überlassen, müssen sie nun ihre eigenen Lebensmittel produzieren und dafür sorgen, dass die mitgebrachten Tiere und Pflanzen sich weiterentwicklen und erhalten bleiben. Und wenn so verschiedene Menschen für so lange Zeit so knapp zusammenleben, ergeben sich natürlich auch Konflikte und Beziehungen. Und genau darum geht es in dem Buch. Weniger das Experiment des künstlichen Lebensraum als eher die wechselnden Verhältnisse der Bewohner untereinander werden beleuchtet, in typischer T.C.Boyle-Manier sehr detailliert und umfangreich.

Ich mag es, wenn Charaktere so genau gezeichnet werden und wenn die Perspektiven in der Erzählung wechseln und sich so die Geschichte am Ende zusammenfügt. Wird sicher wieder gelesen.

 

Veit Heinichen – Totentanz


Ich hab das Buch geschenkt bekommen und erst nach dem Lesen festgestellt, dass es der fünfte Teil einer Reihe ist. Etwas blöd, weil man natürlich manche Zusammehänge und Erklärungen nicht versteht. Und dann spielt das ganze noch in Italien. Ich kann nicht genau erklären warum, aber Krimis, die in Italien spielen find ich blöd. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ich die italienische Sprache nicht mag (wobei das auch nicht wirklich Sinn macht, wenn man eh auf deutsch liest) oder auch bei meinen bisherigen Italienreisen mit dem Land nicht wirklich warm geworden bin. Jedenfalls war ich von Anfang an negativ eingestellt und deswegen hat es mich nicht so wirklich überzeugt. Auch den Schreibstil von Veit Heinichen fand ich nicht sehr prickelnd. Wird also entweder weiterverschenkt oder wandert in die Flohmarkt Kiste.

 

Clemens Berger – das Streichelinstitut


Dieses Buch wurde mir von einer Arbeitskollegin empfohlen. Sebastian, ein Mittdreißiger aus Wien, weiß nicht so wirklich, was er mit seinem Leben anfangen soll. Aus einem Scherz seiner Freundin wird eine Geschäftsidee: Er eröffnet ein Streichelinstitut (weil streicheln so ziemlich das einzige ist, was er wirklich gut kann) und lässt sich gutes Geld dafür bezahlen, andere Menschen zu berühren.

Die Geschichte fand ich an sich ganz gut, allerdings waren mir in der Erzählung zu viele Sprünge. Da erzählt Sebastian mal von einem alten Bekannten, dann von einem Urlaub, dann ist er wieder in der Gegenwart und schwupps, spricht er wieder von einer Frau, die er in einem Ferienhaus in Ungarn kennengelernt hat. Die Story zieht sich stellenweise doch sehr, es gab aber auch durchaus unterhaltsame Passagen. Man merkt – so ganz weiß ich noch nicht, was ich davon halten soll. Kann mir aber definitiv vorstellen, nochmal ein Buch des Herrn Berger in die Hand zu nehmen.

 

Irvin D. Yalom – und Nietzsche weinte


Ein Weihnachtsgeschenk meiner besten Freundin. Hier geht es um den Philosophen Friedrich Nietzsche und den Wiener Arzt Josef Breuer. Auf Rat von Nietzsches Freundin Lou Andreas Salomée nimmt Bruer Nietzsche als Patienten auf und entwickelt mit ihm gemeinsam ungeplant die Anfänge der Psychotherapie. Auch Siegmund Freud taucht als Medizinstudent und enger Freund der Familie Breuer immer wieder in der Geschichte auf.

Fazit: Tolles Buch. Obwohl die Geschichte komplett erfunden ist und ein Treffen zwischen Breuer und Nietzsche (höchtswahrscheinlich) nie stattgefunden hat, ist die Handlung so logisch aufgebaut und erklärt, dass alles tatsächlich so stattgefunden haben könnte. Ich weiß nicht wirklich viel über die Geschichte der Psychotherapie, hab im Studium mal oberflächlich darüber gelernt und fand das Buch eben deswegen sehr gut, weil man viele historische Hintergrundinfos erhalten hat. Eine klare Weiterempfehlung!

 

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