Music was my first love

Ich hör gerne Musik. Damit bin ich nicht allein, das wird vermutlich jeder Zweite sagen. Aber ich hör gern Musik. Ich hör auf die Melodien. Die verschiedenen Instrumente. Akkordwechsel, Gitarrensoli, den Bass, Klavier, kleine Noten, die die Stimmung eines ganzen Stücks ändern können. Und ich hör auf Texte. Es kann sein, dass mir ein Lied eigentlich gar nicht gefällt, aber einen so tollen Text hat, dass ich es immer und immer wieder hören muss. Und umgekehrt. Da find ich den Text blöd, aber an einer Stelle wechselt der Bass von Dur auf Moll und ich muss immer wieder zurückspulen. 
Ich weine eigentlich nur wenn ich traurig bin. Weinen aus Rührung – das kenne ich nicht. Aber hemmungslos losheulen, weil mir ein Lied plötzlich total nahe geht – das passiert mir häufig. Gänsehaut, weil es mich emotional so anspricht – hab ich ganz oft! Ich kann mich in Musik verlieren, es gibt zu jeder Situation in meinem Leben den passenden Soundtrack. Und ich verbinde mit Liedern auch immer Erinnerungen. Hintergrundmusik gibt es für mich nicht. Ich kann nicht einfach über ein Lied „weghören“! Mir fällt immer auf, was da gerade läuft. 


Gestern hab ich zum gefühlt hundertsten Mal „High Fidelity“ von Nick Hornby fertiggelesen. Ich hab ja so ein paar Bücher, auf die ich immer wieder zurückgreife – da geht es mir ähnlich wie bei Liedern. Und als fanatischer Musikliebhaber muss man das Buch ja fast gelesen haben. Die Geschichte vom Plattenladenbesitzer Rob Fleming, der von all den tollen Liebesliedern so eine verklärte Vorstellung von Beziehungen hat, dass er es im echten Leben nicht auf die Reihe kriegt, weil die Realität eben mit Popsongs nicht immer viel gemeinsam hat spricht mir aus der Seele. Da gibt’s so viele Aspekte meiner Persönlichkeit, die da ziemlich ähnlich ticken…Mein Liebster sieht Musik eher pragmatisch. Schade, ich finde, ihm entgehen dadurch so viele Gefühle und Situationen und Emotionen…sieht er natürlich ganz anders. Und weil Herr Hornby viel besser mit Worten umgehen kann als ich, überlass ich ihm die Schlussworte. 

„It seems to me that if you place music (and books, probably, and films, and plays, and anything that makes you FEEL) at the centre of your being, then you can’t afford to sort out your love life, start to think of it as the finished product. You’ve got to pick at it and unravel it until it all comes apart and you’re compelled to start all over again. Maybe we all live at too high a pitch, those of us who absorb emotional things all day, and as a consequence we can never feel merely CONTENT: we have to be unhappy, or ecstatically, head-over-heels happy, and those states are difficult to achieve within a stable, solid relationship.“

„You need as much ballast as possible to stop you floating away; you need people around you, things going on, otherwise life is like some film where the money ran out, and there are no sets, or locations, or supporting actors, and it’s just one bloke on his own staring into the camera with nothing to do and nobody to speak to, and who’d believe in this character then? I’ve got to get more stuff, more clutter, more DETAIL in here, because at the moment I’m in danger of falling off the edge.“

„I can see that now. I can see everything once it’s already happened – I’m very good at the past. It’s the present I can’t understand.“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s